Therapie

Behandlung des Beinleidens

Je nach Untersuchungsbefund stehen zur Behandlung von Venenerkrankungen vor allem die  konservative (= nicht operative) Therapie und die  operative Therapie zur Verfügung. Die Behandlung reiner  Ödemerkrankungen erfolgt in der Regel durch konservative Therapie.

Konservative Therapie

Zu den konservativen Ansätzen zählt insbesondere die  Kompressionstherapie. Diese kann zum Beispiel durch eine Kompressionsbandagierung der Beine (= Wickeln der Beine mit elastischen Binden) oder durch das Tragen medizinischer Kompressionsstrümpfe erfolgen.

Auch die medikamentöse Therapie ist eine konservative Behandlungsform. Sie umfasst zum Beispiel Venenmedikamente, Mittel zur Blutgerinnungshemmung, und dermatologische Medikamente bei Hautveränderungen und Wundbehandlung.

Operative Therapie

Die operative Therapie des Krampfaderleidens erfolgt in Absprache mit dem Patienten und ist an die individuelle Ausprägung der Krampfadern angepasst. Bei leichten Formen erfolgt die Therapie durch ambulante Eingriffe (Operationen) in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie). Diese ambulanten Eingriffe werden in unserer Klinik nicht durchgeführt und erfolgen in der Regel bei niedergelassenen Ärzten. Dazu zählen Besenreiser- und retikuläre (netzartige) Varizen, Seitenast- und Perforans-Varizen. Zum Einsatz kommen die Sklerosierungsbehandlung (medikamentöse Verödung durch Einspritzen eines Verödungsmittels in die Varizen), die Miniphlebektomie in Häkeltechnik (Herausziehen der erkrankten Venen durch 1-5 Millimeter kleine Hautschnitte) und die Perforansvenen-Ligatur (örtliche Unterbindung  bzw. “Zuknoten”) erkrankter Venenabschnitte durch kleine Hautschnitte.

Bei ausgeprägten Formen der Varikosis (z. B. Stammvarizen, mit oder ohne offenem Bein, oder Rezidivvarikosis (= neue Krampfadern nach bereits erfolgter Voroperation) erfolgt die Therapie durch stationäre Behandlung in örtlicher Betäubung oder Allgemeinnarkose. Hierbei kommen insbesondere die nachfolgenden Methoden zur Anwendung:

Krossektomie der Vena saphena magna und parva

In einem ersten Schritt erfolgt die Krossektomie der Vena saphena magna (Leiste) bzw. der Vena saphena parva (Kniekehle). Bei dieser Operationsmethode wird die Mündungsstruktur der großen Stammvene durch einen 2-3 Zentimeter langen Schnitt in der Beugefalte der Leiste dargestellt und zur tiefen Stammvene hin abgebunden („zugeknotet“), getrennt und entfernt. Dadurch wird der Rückfluss aus der tiefen Vene in das oberflächliche Venensystem unterbunden.

Stripping der Stammvenen

Anschließend erfolgt das Stripping der Stammvenen. Die erkrankten Stammvenenanteile werden herausgezogen. Dieses erfolgt im günstigsten Fall mittels Sondentechnik. Falls dies nicht möglich ist, wird die Vene mit mehreren Einzelstripps entfernt. Durch die Sondentechnik vermindert sich die Zahl der Schnitte am Bein deutlich.

Entfernung der Seitenäste

Die Seitenäste werden durch mehrere kleine Schnitte (Inzisionen) stückweise entfernt.

Stichwort: Kompressionsstrümpfe

Medizinische Kompressionsstrümpfe werden zur Therapie bei venösen Beschwerden eingesetzt, um den Rückfluss des venösen Blutes zu unterstützen.

Sie helfen venöse Beschwerden zu vermeiden bzw. beugen einer Verschlimmerung der venösen Beschwerden vor. Auch nach einer Venenoperation unterstützen sie den Heilungsprozess und sichern den OP-Erfolg langfristig ab.

Der Tragezeitrahmen von medizinischen Kompressionsstrümpfen richtet sich nach Veranlagung des Patienten, seiner Beschwerden wie auch nach dem Umfang des operativen Eingriffes.

Jeder Kompressionsstrumpf wird von Hausarzt als medizinisches Hilfsmittel verordnet und sollte in jedem Fall von Sanitätsfachhandel angemessen werden.

Thromboseprofilaxestrümpfe werden zur Vermeidung einer Thrombose bei liegenden Patienten eingesetzt.